Kannst Du Dir vorstellen ein halbes Jahr lang nicht shoppen zu gehen? Ich habe das Experiment gewagt und sechs Monate lang keine Kleidung, Accessoires oder Make-Up eingekauft. Warum ich diese Shopping-Diät gestartet habe, wie es mir damit erging und welche Vorteile ich darin sehe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Warum habe ich die Shopping-Diät gestartet?

Das Thema Minimalismus interessiert mich schon seit längerem. Mich reizt die Idee nur wenige Dinge zu besitzen. Eine aufgeräumte und leere Wohnung beruhigt mich. Auch meinen Kleiderschrank miste ich regelmäßig aus. Nur habe ich eben auch gerne neue Klamotten. Für mich ist das Zusammenstellen von Outfits etwas Kreatives. Trotz meinem Hang zum Minimalismus liebe ich Mode und probiere gerne Neues aus.

Der Youtuberin A Small Wardrobe ergeht es da ähnlich. Wer sich ebenfalls für die Themen Minimalismus und nachhaltige Kleidung interessiert, dem kann ich ihren Kanal nur wärmstens empfehlen. In einem ihrer Videos berichtet sie davon, wie sie für sechs Monate auf das Kaufen von Kleidung, Accessoires und Schuhen verzichtet hat. Diese Idee faszinierte mich so sehr, dass ich das Experiment Shopping-Diät gleich selbst ausprobieren wollte.

Gesagt, getan. Von September 2017 bis März 2018 habe ich weder Kleidung, noch Accessoires oder Make-Up eingekauft.

Welche Vorteile hat eine Shopping-Diät?

Du sparst Geld

Klar, dieser Punkt ist offensichtlich. Wer nichts einkauft, gibt auch kein Geld aus. Ich kenne Menschen, die beinahe wöchentlich die Einkaufspassagen abgrasen und sich tütenweise mit Trendteilen aus verführerischen Fast Fashion Läden eindecken. Mein Shoppingverhalten war zwar nie so extrem, aber trotzdem summierten sich meine Ausgaben mit der Zeit. Ein Ausflug auf den Flohmarkt hier, ein paar neue Lippenstifte da, ein gutes Angebot beim online Shopping dort. Selbst mit Bedacht auf Nachhaltigkeit und einem Hang zum Minimalismus habe ich im halben Jahr mehrere hundert Euro für Kleidung, Accessoires und Make-Up ausgegeben. Durch die Shopping-Diät habe ich so viel gespart, dass ich dieses Jahr getrost einmal mehr in den Urlaub fahren kann. Ein guter Deal, oder?

Du sparst Zeit

Ja, auch ich liebe Mode. Mich schön anzuziehen macht mir Spaß. Aber mal ganz ehrlich, muss dafür so viel Zeit drauf gehen? Anstatt nächtelang auf Kleiderkreisel nach den hippesten Vintageteilen zu suchen, hätte ich auch ein gutes Buch lesen können. Anstatt mich an schönen Sommertagen durch die Innenstadt zu hetzen, hätte ich auch baden gehen können. Mode sollte eine schöne Nebensache bleiben. Ich bin mir sicher, Du siehst auch mit den Teilen, die Du schon im Schrank hast fabulös aus. Starte also lieber gleich ins Abenteuer, anstatt erst noch das passende Outfit dafür zu kaufen.

Du findest deinen eigenen Stil

Ich habe mir schon oft Klamotten gekauft, weil ich sie an anderen cool fand. Und das, obwohl sie nicht 100 prozentig zu mir passten oder bei meiner Figur unvorteilhaft saßen. So landeten schon etliche Blumenkleidchen, Rüschenblusen, Latzhosen und Co. nach höchstens dreimal Tragen wieder auf dem Flohmarkt. Ich bin anfällig für Trends, die mir die Modeindustrie vorgibt und nicht für das, was ich tatsächlich schön finde.

Wenn Du sechs Monate lang nur mit den Sachen auskommen musst, die du im Schrank hast, merkst Du schnell welche Teile Du wirklich liebst und welche Du eigentlich gar nicht so gerne trägst. Denn obwohl ich während der Shopping-Diät nur Kleidung aus meinem Kleiderschrank zur Verfügung hatte, trug ich einiges davon überhaupt nicht. Es waren eine Hand voll Lieblingsteile, für die ich mich wieder und wieder entschieden habe.

Du schätzt das wert, was Du hast

Man kommt mit erstaunlich wenig aus. Wie gerade schon geschrieben, habe ich während den sechs Monaten Shopping-Diät eigentlich nur eine Hand voll Klamotten getragen. Es hat sich herauskristallisiert, welche meiner Kleidungsstücke ich wirklich liebe. Und mit dieser Basisgarderobe bin ich nach wie vor sehr glücklich. Denn die Teile, die wirklich zum Einsatz kommen sind allesamt schön, langlebig, bequem, simpel und vielseitig kombinierbar.

Habe ich die Shopping-Diät durchgehalten?

Nachdem ich die Shopping-Diät vergangenen September gestartet habe, wurde das Wetter schlagartig kälter. Damit hatte ich gerechnet und war gewappnet die Winterklamotten vom letzten Jahr einfach wieder zu benutzen. Soweit kein Problem, jedoch hatte ich keine Hausschuhe mehr. Mein erster Kauf kam also gleich in der ersten Woche der Shopping-Diät. Ja, sehr schwach von mir. Da es bei dieser Anschaffung aber weniger um das Modische und mehr um das Praktische ging, kann man vielleicht ein Auge zudrücken. Außerdem bin ich mit meinen hochwertigen Öko Wollhausschuhen nach wie vor sehr glücklich und hatte den ganzen Winter warme Füße.

Mein zweiter Ausrutscher war auf einem Konzert. Bei Bandmerch ist das immer so eine Sache. Die coolen Teile bekommt man meist nur direkt auf den Konzerten und ich hatte mich in ein dort angepriesenes T-Shirt verliebt. Aus Angst es niemals mehr irgendwo zu finden habe ich zugeschlagen. Darüber ärgere ich mich ehrlich gesagt ein bisschen. Das war keine Anschaffung, die ich dringend gebraucht hätte und im Endeffekt trage ich das Shirt nun kaum. Wahrscheinlich wird es doch wieder auf dem nächsten Flohmarkt landen.

Bis auf diese beiden Mogelkäufe habe ich die Shopping-Diät gut durchgehalten. Jedoch muss ich dazu sagen, dass ich eine Hand voll Teile auf Kleiderkreisel ertauscht habe und meine Mama mir zu Weihnachten einen super tollen Pulli gestrickt hat. Ganz ohne neue Klamotten blieb ich also nicht, zumindest habe ich aber kein Geld dafür ausgegeben.

So geht es nach der Shopping-Diät weiter

Die Shopping-Diät ist vorbei und ich darf endlich wieder einkaufen. Aber muss ich das unbedingt? Ich habe während der Shopping-Diät gemerkt, dass ich mich in schlichten Klamotten ohne viel Schnickschnack am wohlsten fühle. Trends und Fast Fashion rauben mir Zeit und Geld. Von den ethischen und ökologischen Problematiken die damit einhergehen einmal ganz abgesehen.

Außerdem habe ich mich während der Shopping-Diät weniger mit Oberflächlichkeiten beschäftigt. Eine Eigenschaft, die ich mir beibehalten möchte. Schöne Kleidung und lässige Outfits: ja gerne! Aber dafür ein Vermögen investieren oder stundenlang vor dem Spiegel stehen möchte ich nicht. Deshalb werde ich zukünftig in eine wohl überlegte und langlebige Basisgarderobe investieren, die mir die allmorgendliche Outfitwahl erleichtert.

Im Endeffekt habe ich aus der Shopping-Diät nur Positives mitgenommen und kann jedem ans Herz legen einmal selbst ein solches Experiment auszuprobieren.

2 Kommentare

  1. Stefan 23. März 2018 at 20:28

    Toll, es hat mich amüsiert deinen Blog zu lesen 🙂

    Antworte
    1. flunderbar 25. März 2018 at 14:21

      Danke Stefan, das freut mich 🙂

      Antworte

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